Waldpädagogik
Was machen Waldpädagog*innen?
Zertifizierte Waldpädagog*innen sind in der Lage, den Wald als Lebensraum, Lernort und komplexes Ökosystem, seine Besonderheiten und Schönheit pädagogisch versiert und zielgruppenorientiert zu vermitteln. Dabei stehen immer auch die Vermittlung eines Bewusstseins für unsere Natur, ihre Lebensräume sowie weitere Aspekte und Kompetenzen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Vordergrund. Jede*r zertifizierte Waldpädagog*in kann individuelle Schwerpunkte setzen, beispielsweise hinsichtlich der Auswahl seiner*ihrer Gruppen; ob jung oder alt, Waldpädagogik lässt sich vielfältig einsetzen.
An wen richtet sich der Lehrgang?
Der Lehrgang richtet sich an alle interessierten Personen aus „grünen“ oder pädagogischen Berufen oder mit anderweitiger Erfahrung in der Waldpädagogik. Die Gruppe der Teilnehmenden besteht in der Regel aus Pädagog*innen, ehrenamtlich tätigen Personen und Personen aus „grünen“ Berufen.
Inhalte und Organisation des Lehrgangs
Der Lehrgang Waldpädagogik besteht aus sechs Modulen, die an je drei bis fünf Tagen blockweise unterrichtet werden. Insgesamt umfasst der Unterricht 23 Seminartage. Die Inhalte sind breit gefächert: Neben ökologischen und forstlichen Grundlagen, spielen auch Pädagogik und Didaktik eine große Rolle. Unterrichtseinheiten zum Projektmanagement sowie rechtlichen Grundlagen runden die Ausbildung ab. Nach Abschluss der Module ist ein mindestens 40-stündiges Praktikum in einer waldpädagogisch arbeitenden Einrichtung vorgesehen. Dieser praktische Teil bietet die Möglichkeit, das Wissen zeitnah anzuwenden und erste eigene Projekte umzusetzen.
Prüfung und Zertifikat
Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Der theoretische Teil umfasst eine Klausur und wird im Sommer nach Abschluss der einzelnen Module absolviert. Im Rahmen der praktischen Prüfung führen die angehenden Waldpädagog*innen eine eigens zuvor schriftlich ausgearbeitete Waldaktion durch. Anschließend folgt ein ca. 30-minütiges Kolloquium.
Warum Waldpädagogik?
Der Lebensraum Wald ist nicht nur ein komplexes Ökosystem, das verschiedensten Tieren und Pflanzen einen wertvollen Lebensraum bietet. Auch dient er als Kulturlandschaft und Wirtschaftsfaktor und bietet nicht zuletzt vielen Menschen einen Erholungsraum. Diese Anforderungen sind komplex und erfordern einen umsichtigen Umgang mit der Ressource Wald. Die Waldpädagogik spielt dabei eine zentrale Rolle. Teilnehmende des Lehrgangs lernen, verschiedene Zielgruppen für den Wald als Erlebnisraum zu begeistern. Gleichzeitig sollen die Menschen jedoch die Bedeutung dieses Lebensraumes nicht aus den Augen zu verlieren, sondern sehr bewusst wahrnehmen. Diese Kombination steht im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Wie melde ich mich an?
Die Anmeldung erfolgt online über ein Formular auf der Webseite von Wald und Holz NRW. Neben den allgemeinen Angaben sind ein kurzer Lebenslauf sowie ein Motivationsschreiben erforderlich. Die Anmeldefrist endet in der Regel Ende Januar des jeweiligen Lehrgangsjahres, die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt anschließend im Februar durch den Landesbetrieb Wald und Holz NRW und die Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW.
Jährlich findet außerdem Ende November/Anfang Dezember eine Informationsveranstaltung für alle Interessierten statt. Diese dient dem ersten Kennenlernen der Lehrgangsleitung und der anderen Interessierten. Außerdem wird die Ausbildung im Detail vorgestellt und erste Fragen können besprochen werden. Das genaue Datum des jeweiligen Jahres entnehmen Sie bitte dem NUA-Bildungsprogramm:
Was kostet der Lehrgang?
Die Kosten für den Zertifikatslehrgang liegen derzeit bei ca. 1320 € inkl. Prüfungsgebühr; ohne Unterkunft und Verpflegung.
